Die Aura des Wertvollen

bookMario Pricken geht der Aura des Wertvollen nach und zeigt mit 80 Strategien, wie Werte im Kopf entstehen und clevere Marketingexperten unser Ego austricksen.

Das Buch kommt in einer Aufmachung, die mich direkt an die Notizbücher der Marke Moleskin erinnern. Das ist bestimmt kein Zufall. Mich persönlich beschäftigt mich die Frage, warum auf manche Produkte so ein Hype, ein Must have, gemacht wird, obwohl doch Vergleichbares auf dem Markt für weniger Geld und möglicherweise sogar noch mit besserer Ausstattung vorhanden sind, ich rede von Fotoapparaten. Die Wertigkeit einzelner Produkte entsteht im Kollektiv derer, die in dem Produkt eine Wertigkeit sehen und ihre Vorstellung dieser Wertigkeit multiplizieren. Sie schaffen es dadurch, bei denjenigen, die sich dieses Produkt nicht leisten können, Aussagen zu erwirken, die ähnlich oder so wie dieser sind: Ja wenn ich auch so eine Kamera hätte, dann…..

Der Hersteller der Kamera bestimmt nicht dessen Wert. Nur den Preis, den er dafür verlangt, bestimmt er. Dabei kann er auf Erfahrungen zurückgreifen, die er mit ähnlichen Produkten gemacht hat. Je höhe sein Produkt in der Skale der empfundenen Wertigkeit der Konsumenten steht, desto höher kann der Preis ausfallen, was wiederum die Spirale der Wertempfindung nach oben treibt.

Zu den Schlüsselerkenntnissen des Autors gehört, dass Menschen besonders den Objekten eine hohe Bedeutung zuschreiben, die eine faszinierende Biographie in sich haben. Beispielsweise die Leica M. Leica entwickelte und baute diese legendäre Kamera mehr oder weniger ohne besondere Konkurrenz. In dieser Zeit konnten sich nur wenige Menschen eine Kamera und überhaupt die Fotografie leisten. So taten sich Fotografen hervor, die mit diesem Werkzeug gut umgehen konnten und die es schafften, ihre Bilder veröffentlicht zu sehen. Henry Cartier Bresson sei hier stellvertretend genannt. Und die Aura umgibt noch heute das aktuelle Model der Leica M. Leica hat die Kamera kaum merklich verändert und hat in einer Zeit, als der Hype um die Marke sich zu verflüchtigen drohte, geschickt mit den alten Meistern der Fotografie die neue Ära begründet. Wer mit einer Leica M fotografiert wird bewundert. Und damit nun auch noch der Kreis der Besitzer eines solchen kultigen Aparates erweitert, hat Leica jetzt ein Model ähnlich der M herausgebracht und versteht es wiederum geschickt, dieses eigentlich nicht besondere Produkt mit einer Aura der Wertigkeit zu besetzen. Und die Rechnung geht auf.

Wenn Sie Bestätigung suchen für das was Sie schon längst unterbewusst geahnt haben, aber nicht benennen konnten, nämlich wie Produkte einen Wert bekommen, empfehle ich Ihnen das Studium der 80 Strategien.

Das Buch ist eigentlich nicht für Konsumenten gedacht, so der Autor. Aber wenn man es als Konsument, so wie ich, gelesen hat, wird man so manche Dinge mit anderen Augen betrachten und schmunzeln über die, die da Glauben. Wer glaubt wird selig. Aber das ist ein anderes Buch.

Ich wünsche Ihnen viel Erkenntnis bei der Lektüre.

Preis 39,90 Euro
Geb. Ausgabe, 252 Seiten
Publicis Publishing
ISBN 9783895784385


 

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

Bei dem Bemühen um Objektivität können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Wenn Ihnen etwas auffällt, schreiben Sie bitte eine Nachricht an den Autor.

Uwe Möbus beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Fotografie. Seine Erfahrungen gibt er in Trainings, Workshops und individuellen Coaching an alle Interessierte weiter.

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“Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen -der Spieler- mit in meine objektiven einfließen zu lassen.” – Erich Ribbeck

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Im Titel wird klar, dass alles Objektive von Subjektivität beeinflußt wird. Alles Geschriebene ist meine persönliche Meinung. Und diese ist nicht beeinflußbar, auch nicht mit viel Geld.
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