Fotowissen Grundlagen

Fotowissen Grundlagen: die Blende

Und hier eine große Blende. Die Öffnung ist klein.

Ich spreche in diesem Beitrag den Anfänger, die Anfängerin an!
Nichts verwirrt mehr, als der Begriff “Blende”. Er verwirrt aus mehreren Gründen. A) Faulheit in der Ausdrucksweise und im Sprachgebrauch B) Hang, etwas kompliziert darzustellen, obwohl es ganz einfach ist. C) Von nix ne Ahnung haben aber so tun als ob. Vllt gibt es noch mehr Gründe. Drum schauen wir uns das jetzt hier mal genau an und gehen der Sache mit der Blende auf den Grund.

Die technische Seite der Blende. Das ist ein Bauteil in einem Objektiv! Und die einzig richtige Interpretation des Wortes Blende. Was macht dieses Bauteil im Objektiv? Es bildet die Öffnung, durch die das Licht auf den Sensor fällt. Diese Öffnung ist nicht starr, sondern variabel. Von ganz klein bis ganz groß. Das Wort lautet Blendenöffnung. Ich würde von Objektivöffnung sprechen. Wir wissen jetzt, es gibt schon mal zwei Dinge, die mit dem Gebrauch des Wortes Blende gemeint sein können. Da uns dieses technische Konstrukt im Objektiv nicht wirklich zu interessieren braucht, steht für mich Blende nur für die Größe des Lochs innerhalb des Objektivs. Wer an seinen Objektiven noch einen mechanischen Blendeneinstellring hat, kann sich die Blende ansehen und versteht sofort, worum es geht.

Blick in ein mechanisches Objekiv. Gut zu sehen ist die Blende, die aus Lamellen besteht, die die Öffnung bilden. Hier sind es sechs Lamellen. Je mehr Lamellen vorhanden sind, umso kreisrunder wird die Öffnung. Ein Qualitätsmerkmal von Objektiven.

Wenn ich zum Fotoschüler sage, mach mal die Blende auf, dann soll er die Öffnung vergrößern. Jetzt komme ich zu den Zahlen, die die Größe des Lochs beschreiben. Die sogenannte Blendenreihe: 1.0 – 1.4 – 2.0 – 2.8 – 4 – 5.6 – 8 – 11 – 16 – 22
Eine kleine Zahl bedeutet eine große Öffnung! Oder damit Du es einfacher verstehen kannst: bei einer kleinen Zahl ist fast nichts mehr von den Lamellen im Weg! Deshalb spricht man auch (und ich meine richtigerweise) von einer kleinen Blende. Sage ich, Blende ab, dann sollst Du in Richtung der großen Zahl drehen. Damit wird das Loch immer kleiner und ergo daraus resultierend, die Blende größer. Ist doch verständlich oder? Nicht wirklich? Schau:

 

 

Hier ist die Blende fast komplett verschwunden. Gerade noch zu erkennen. Ein kleine Blende.

 

Und hier eine große Blende. Die Öffnung ist klein.

Das Wort Blende wird nun auch noch völlig zweckentfremdet verwendet, wenn es um die Belichtung geht. Das richtige Wort ist Lichtwert. Wenn ich sage, reduziere die Blende um einen Wert, könnte ich meinen a) öffne die Blende am Objektiv, b) stelle ISO um einen Wert höher oder c) verkürze die Belichtungszeit.
Wer da das Handtuch schmeist und die Kamera auf Automatik lässt, hat mein Verständnis. Und alles nur, weil Faulheit im Sprachgebrauch herrscht. Die englische Sprache hat verschiedene Begriffe mit der jeweiligen Bedeutung. Die deutsche Sprache auch! Man muss sie nur richtig anwenden.

Was ein Lichtwert nun ist, erfährst Du im nächsten Beitrag.

About the author

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

Bei dem Bemühen um Objektivität können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Wenn Ihnen etwas auffällt, schreiben Sie bitte eine Nachricht an den Autor.

Uwe Möbus beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Fotografie. Seine Erfahrungen gibt er in Trainings, Workshops und individuellen Coaching an alle Interessierte weiter.

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