Gedanken zur Photokina 2018

Die Köln Messe öffnet ihre Tore für die Photokina 2018 am 26.09.2018. Schon am Samstag Abend werden die Tore wieder geschlossen. Das ist ein Tag früher als bisher. Wie sich das auf die Besucherzahlen auswirken wird, wird man nach der Messe wissen.

Dieses Jahr wird mein Besuch doch etwas getrübt sein. Der Rheinwerk-Verlag ist nicht mehr mit einem Stand vertreten. Damit entfällt auch die Vortragsbühne mit Buchautoren und anderen Referenten und leide auch die Standparty, auf der es immer lecker Häpchen und Kölsch gab. Es war immer ein schöner Treffpunkt für Freunde des Verlages, Autoren, Lektoren und und und. Schade drum, aber so ein Auftritt auf der Photokina kostet sicher viel Geld. Das Wegbleiben ist ein Indiz für schlechte Zeiten, m.E. nach.
Bei Sony wird auch gespart, so scheint es jetzt jedenfalls. Auf deren Homepage gibt es keine Hinweise auf ein Vortragsprogramm auf der großen Showbühne mit namhaften Referenten wie zuletzt Jamari Lior und Alexander Heinrichs, der dieses Mal bei Jinbei am Stand Kurzvorträge halten wird. Da bin ich mal gespannt was mich erwartet bzw. eben was mich nicht mehr erwartet.
Leider wird es wohl auch am Abend nach der Messe keinen Livetalk bei Krolop&Gerst geben. Sie haben ja ihr Studio unweit der Messe aufgegeben, in dem auch z.B. die Adobe Foto Nacht und das legendäre Weihnachtsfotobattle stattfanden. Krolop&Gerst scheinen anderweitig beschäftig zu sein. Schon in Zingst waren Sie was Liveauftritte im Netz anging, nicht mehr präsent. Hatten Sie keine Sponsoren gefunden oder einfach nur keine Zeit? Wie dem auch sei, es fehlt halt etwas. Und nicht nur auf der Photokina fehlt etwas, auch in den deutschsprachigen Youtube Kanälen fehlt immer mehr. Auch das ist sehr auffällig. Ein Alexander Heinrichs ist sehr sparsam mit seinen Videotutorials geworden, auch Krolop&Gerst, die mehr auf Bezahlprodukte setzen. Blende 8 aus dem Rheinwerk-Verlag ist sang und klanglos verschwunden. Adobe bringt nur noch selten ihre “Lange Nacht des Fotoabos”, die eigentlich nie lang war und schon gar nie eine Nacht. Ganz anders im Gegensatz zu den amerikanischen Kanälen. Dort scheint es nicht so sehr um des reinen Geldverdienens zu gehen. Daniel Norton und Gavin Hoey sind da schon seit Jahren aktiv. Adorama überträgt regelmäßig Liveshootings mit Daniel Norton, und das Weltweit. Da kann es nicht nur um Promotion für das eigene Geschäft gehen. Geht es in Deutschland nur noch um Profit? Ist jeder Euro, der in Unterhaltung und Information gesteckt wurde, nunmehr ein Euro zu viel? Was ist da im Gange? Macht sich eine flächendeckende Verarmung um die Fotografie breit? Ist das die Vorankündigung einer großen Depression? Was wird 2019 noch auf der Photokina im Mai geboten werden? Ich vermute, noch weniger als in diesem Jahr.

Munter bleiben, ich werde berichten.