Nikon D5 vs Fujifilm X-T3

Nikon D5 gegen Fujifilm X-T3

In meinem Vergleich treten an meine beiden Kameras Nikon D5 mit dem 2.8/70-200 und die Fujifilm X-T3 mit dem 2.8/50-140. Die Fujifilm wurde mit dem Batteriegriff ausgestattet. Dieser ist m.E. in Kombination mit dem Teleobjektiv zwingend erforderlich, um die Kamera-Objektv-Kombination sicher und gut in den Händen halten zu können. Beide Kameras sind also ganz gut miteinander vergleichbar.

In Zahlen ausgedrückt verliert die Nikon. Sie wiegt mit dem Objektiv 2906 Gramm, die Fujifilm nur 2066 Gramm, somit fast 1 KG weniger. Auch im Größenvergleich verliert die Nikon. Sie ist deutlich klobiger, was aber nicht unbedingt in der Handhabung von Nachteil sein muss. Auffällig ist, dass das Fujinon fast so groß ist, wie das Nikkor. Es fehlen nur wenige Zentimeter. Das hatte ich mir kürzer kompakter gewünscht, geht es doch auch um den Platzbedarf in der Fototasche. Der Gewichtsunterschied ist umso deutlicher. Auch hier punktet Fujifilm.
Was aber auch deutlich auffällt, ist ein Klackern im Inneren des Objektivs, wenn man es in der Hand bewegt. Da denkt man beim ersten Auspacken direkt, dass es einen Schaden hat. Man möchte es gleich wieder einpacken und an den Händler zurück schicken. Das Klackern hängt aber mit der Fokuslinse zusammen, die über einen Motor gehalten und bewegt wird. Dies soll die Autofokusleistung deutlich verbessern. Ein leichtes Rauschen ist permanent zu hören, so lange sich die Kamera im Aufnahmemodus befindet. Leider! Denn bei der Bildbetrachtung klackert es wieder hörbar und der Druck auf den Auslöser für das nächste Bild schaltet den Fokusmotor wieder mit einem deutlichen Klack ein. Das sorgt bei dem Fotografenkollegen, der nebendran steht, für sorgenvolle Blicke. Für Hundeportraits ist es hilfreich. Der Hund guckt gleich Aufmerksam, es sei denn er sieht es als Bedrohung und fängt an zu knurren. Das war es dann mit den Hundeportraits.

Gut gefällt mir an dem Fujinon der Blendenring und der Zoomring, der einen kurzen Weg aufweist. Der Zoomring ist bei beiden griffig und nicht zu schwergängig, fällt beim Fujinon aber deutlich breiter aus. Hier punktet das Fujinon. Das Nikkor punktet mit den drei Fokustasten. Für das Nikkor gibt es zwei Telekonverter, den 1,4 fachen und den 2,0 fachen, mit dem eine Brennweite von rund 400 mm bei Blende 5.6 möglich ist. Das Fujinon muss sich mit dem 1.4 fachen Telekonverter begnügen. Aber immerhin 300 mm bei Blende 4 sind nicht schlecht.

Im Vergleich der beiden Kameras mit den kleinen Zoomobjektiven 24-70/2.8 beim Nikkor und dem 18-55/2.8-4.0 ist der Größenunterschied eklatant und fällt zu Gunsten des Fujinon aus. OK, hier hinkt der Vergleich. Ein Vergleich mit dem 2.8/16-55 wäre fairer. Das Nikkor bleibt in der Baulänge gleich während das Fujinon an Länge zulegt beim Zoomen. Es bleibt jedoch deutlich kürzer als das Nikkor und es ist deutlich leichter mit nur 348 Gramm gegenüber 1014 Gramm beim Nikkor. Die Bildqualität des Fujinon ist sehr gut. Wer es als billige Kitlinse abtut, wird dem nicht gerecht. Übrigens ein sich hartnäckig haltendes Vorurteil, dass Kitlinsen per se nichts taugen.

Die Fototasche mit dem Fujifilm Equipment bestehend aus X-T3, 18-55 und 50-140 wiegt 2,4 KG ist rund 1,5 KG leichter als das Equipment von Nikon. Nimmt man das 2.8/16-55 sind es noch 1,2 KG Differenz. Da nimmt man dann auch gerne mal das Stativ mit auf die Fototour, welches bei dem Transport der Nikonausrüstung gerne mal zu Hause bleibt, weil die Fototasche schon ordentlich was wiegt. Bei einer Wandertour z.B. im Gebirge wie dem Oberengadin relativiert sich das aber, wenn man einen guten Fotorucksack verwendet. Am Beginn stöhnt der Rücken noch unter der Last, aber nach drei Wochen merkt man das Gewicht der Ausrüstung gar nicht mehr. Ist also alles relativ. Und darum gibt es hier am Ende auch keinen Sieger nach Punkten.

Das Bedienkonzept ist bei den Kameras sehr unterschiedlich. Die Fujifilm setzt auf klassische Bedienräder für die Funktion ISO, Zeit,Belichtungsmessfeldwahl und Blende, die am Objektiv eingestellt wird. Nicht alle Objektive verfügen über Zahlenangaben. Bei der Nikon werden alle Werte über die Drehräder der Kamera eingestellt. Mit dem Vorderen wird die Blende und mit dem Hinteren die Zeit eingestellt, wenn man es nicht vertauscht. Für ISO muss noch eine Funktionstaste gedrückt gehalten werden. Die Plus/Minus Korrektur ist bei Zeitautomatik schnell mit dem hinteren Einstellrad gemacht, während man weiter durch den Sucher schaut. Ein Umgreifen braucht es nicht. Bei der Fujifilm ist das nicht ganz so einfach. Vllt ist auch nur meine Hand zu klein.

Für meine Überlegung, welchem System ich den Vorrang gebe, stellt sich auch die Frage, ob die Nikon mit dem KB-Formfaktor eine wesentlich bessere und herausragendere Bildqualität liefert als die Fujifilm.

Über Tiefenschärfe (nicht Schärfentiefe, was etwas anderes ist) braucht man sich keine Gedanken machen, da gibt es trotz aller Behauptungen keine signifikanten Unterschiede bei diesen beiden Systemen. Und das ist völlig unabhängig vom Hersteller.

Mir persönlich gefällt die leicht geringere Tiefenschärfe des Fujinon besser, weil es ein natürlicherer Eindruck ist. Bei der Nikon ist mir das fast schon zu matschig. 70 mm bzw. 200 mm an dem Fujinon entsprechen nicht dem Kleinbild Äquivalent. Der Bildwinkel ist gering größer, aber deutlich sichtbar und das obwohl es sich um 210 mm laut EXIF Daten handeln soll. Die Aufnahmen entstanden zeitgleich mit gleichem Abstand zum Objekt. Die Belichtungsunterschiede sind nur den Messverfahren der Kameras geschuldet, was keineswegs den Schluss zu lässt, es würde eine von beiden korrekter belichten. Das ist geringen Toleranzen geschuldet und normal. Bei der Aufnahme mit dem Nikon ist in den Ecken eine Abschattung zu erkennen. Bei dem Bild aus der Fijifilm ist keine zu erkennen. Ob das nun an dem Objektiv liegt oder die Kameraelektronic schon eine Korrektur vor der Bildausgabe vorgenommen hat, kann ich nicht sagen.

Mein Fazit: Die Fujifilm X-T3 macht viel Spass und ist für sehr viele Anwendungsbereiche bestens geeignet.