Pixel X900N und King Pro

IMG_8341Pixel Enterprise hat mit dem X900 für Nikon und Canon einen leistungsstarken Systemblitz mit Leitzahl 60 bei ISO 100 und 200mm Reflektoreinstellung auf den Markt gebracht. Dieser Blitz ist mit einem Akkublock ausgestattet sind und verwendet nicht die vier handelsüblichen AA Batterien oder Akkus. Damit ist eine höhere Anzahl Blitzen möglich und die Recycletime ist kürzer auch bei voller Leistung, verspricht der Hersteller. Diese soll max. 1,5 Sekunden betragen. Das wäre sehr flott. Die Reflektoreinstellung geschieht entweder automatisch über die Kamera oder manuell über einen Bereich von 20mm bis 200mm Brennweite. Das ist ein sehr guter Regelbereich. In Verbindung mit den drei Ausleuchtungsmodi können gezielte Blitzbelichtungen realisiert werden. Neben Standard gibt es Even, was bedeutet, dass der Randlichtabfall besser kompensiert wird und nicht so einen Spoteffekt erzeugt, wie es mit dem Modus Center-Weighted möglich ist. Eine kreative Lichtsetzung wird damit möglich.

Das Bedienkonzept ist leicht verständlich, doch sollte man sich die Bedienungsanleitung ansehen. Die Taste links aussen hat nämlich eine Doppelbelegung und ist mit SET*C beschriftet. Das * steht für Press and Hold. Drücken und Halten muss mehrfach erfolgen. Eine Umschaltung durch Drehen des Einstellrades geht nicht. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sonst erfolgt die Einstellung durch drücken der fünf Knöpfe und nach Auswahl der Funktion erfolgt die Änderung durch Drehen des Einstellrades. Ich habe meine Blitze alle auf Slave gestellt, da ich den King Pro Transceiver als Master nutze. Meine drei Blitzgeräte fungieren in jeweils einer der drei verfügbaren Grauppen A, B und C. So kann ich bequem über den King Pro alle Blitzgeräte ansprechen und brauche nicht hinlaufen, um z.B. die Leistung anzupassen. Das kann ganz schön nervig werden am Set. Sind die Blitze einmal ausgerichtet, kann ich vom Kamerastandpunkt aus alles Notwendige einstellen.

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Bildquelle: Pixel Enterprise

Bei dem King Pro Transceiver (Transceiver ist ein Kunstwort aus Transmitter und Receiver) befindet sich an der rechten Seite eine Metallplatte mit einem 1/4 Zoll Innengewinde und dem Off On Schalter. Auf der linken Seite sind die Knöpfe für die Gruppen A, B und C. Daneben befindet sich unter einer Gummiklappe eine USB-Buchse für Firmwareupdates und ein PC-Sync Anschluss. PC hat nichts mit dem Computer zu tun, sondern ist ein PowerCord Anschluss. Über solch ein Kabel kann die Kamera mit einem Blitz verbunden werden. Es ist erstaunlich, dass man daran immer noch festhält. Ich benutze solche Synchronkabel schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr. Auf der Oberseite befindet sich ein Hotshoe für einen Blitz, falls der King Pro als Receiver benutzt wird, und der Testknopf. Das rückwärtige Display ist von 6 Knöpfen umgeben. Ein Druck auf einen Kanalknopf schaltet ein und auf TTL, ein zweiter Druck schaltet auf Manuell und ein dritter Druck wieder aus. So kann ich mein Set mit drei Blitzen aufbauen und je nach Bedarf die Funkverbindung zu den Blitzgeräten An- und Abschalten. Auch dadurch wird mir Lauferei erspart. Über den King Pro kann u.a. die Blitzleistung und die Reflektorstellung verändert werden. Ein Manko ist die Dauer der Beleuchtung. Diese beträgt nur drei Sekunden und wird auch nicht über den Schalter an der Kamera aktiviert, der dort die Beleuchtung einschaltet. Hier besteht Verbesserungsbedarf.

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Bildquelle: Pixel Enterprise

Erwähnt hatte ich schon, dass über den USB-Anschluss Firmwareupdates eingespielt werden können. Mit meinem Mac unter OSX El Capitan und High Sierra geht es nicht. Das in der komprimierten und zu entpackenden Downloaddatei enthaltene Upgrade Tool funktioniert nicht. Im Gegensatz zu den Canon und Sony Updates, die auch nicht als komprimierte Datei heruntergeladen werden, sondern direkt als Ordner, in denen sich die Dateien befinden. Das auch hier für Apple enthaltene Upgrade Tool funktioniert. Dennoch kann man das Tool aus dem Download für Canon oder Sony nicht für das Upgrade mit der Nikon Datei verwenden. Da passiert nichts. Wenn man also auf die Anleitung vertraut und die sich in dem King Pro befindliche Firmware aus dem Ordner gelöscht hat, hat man keine Chance mehr, den Transceiver zum Leben zu erwecken. Er bleibt tot. Die Variante, die Upgradedatei per Drag&Drop zu verschieben, wie es mit Windows möglich ist, scheitert an einer Fehlermeldung des Mac OSX, welches behauptet, der Speicherplatz im King Pro würde nicht ausreichen. Das ist definitiv nicht der Fall, aber aus dem Dilemma kommt man nicht raus. Fazit an dieser Stelle: Finger weg vom Upgrade mit dem Mac. Sonst hat man einen toten King Pro, der in die Tonne kann. Das sind dann mal so eben 130,– Euro. Ob sich der Verkäufer davon etwas annimmt und den kaputten King Pro zurück nimmt und gegen einen neuen austauscht, kann ich nicht beurteilen. Dieser Absatz wurde gestrichen, da Pixel das Update für Mac OSX derzeit nicht mehr anbietet. Man hat auf meine Rückmeldung reagiert.

Das Problem wurde zwischenzeitlich, während ich noch an dem Review schrieb, von Pixel zwar nicht behoben, aber man hat reagiert und bietet das Update zur Zeit nur für Windows an.

Hält der X900N auch in der Praxis, was er im Datenblatt verspricht? Das galt es nun herauszufinden. Bei einer Pressekonferenz habe ich den Blitz ganz normal als Aufsteckblitz benutzt. Dazu habe ich den Blitz in den Modus TTL gestellt. Zuvor hatte ich den manuellen Modus aktiv. Vor Ort merkte ich schnell, mich nicht genug mit dem Blitz beschäftigt zu haben. Denn das Umstellen war nicht so intuitiv wie von mir gewünscht. Man lerne daraus: beschäftige Dich mit Deinem Equipment. Den Test hat der Blitz mit sehr gut bestanden. Im Serienbildmodus waren gut zwei, drei Aufnahmen mit Blitz nacheinander möglich. Je nach dem halt, welche Leistung gerade gebraucht wurde entsprechend den Lichtverhältnissen. Der Blitz macht also, was er machen soll. Die mangelnde Kompatibilität zu meiner Nikon gefällt mir nicht. Beim Ausschalten der Kamera bleibt der Blitz an. Er geht nicht auf Standby. Das gibt Punktabzug in der Gesamtbewertung. Die Beleuchtung des Display lässt sich auch nicht zusammen mit der Beleuchtung der Kameradisplays schalten. Auch hier besteht keine Kompatibilität. Auch dafür gibt es Punktabzug in meiner Bewertung. Ebenso gibt es einen Punktabzug für die Verwirrende Anzeige der Blitzbereitschaft. Sie leuchtet rot! Rot bedeutet aber Achtung! Grün steht für OK!  Fazit: Blitzfunktion sehr gut, Funktionalität gut, Kompatibilität ausreichend.

Nun zum Pixel King Pro. Die nicht ganz drei Sekunden dauernde Beleuchtung des Display ist echt ein Ärgernis. Man hat noch nicht die Einstellung fertig, ist die Beleuchtung aus. Sie schaltet wieder ein, wenn man an den Tasten drückt. Aber leider nicht in Kombination mit der Kamerabeleuchtung, die ich bei meiner Nikon mit einem Dreh am Einschaltring aktivieren kann.

Bei schönem Wetter und offener Blende für eine ansprechende Freistellung des Hintergrundes werden die Belichtungszeiten schon kürzer als die Synchronzeit. Damit hat das System keine Probleme und funktioniert bis zu 1/8000 Sekunde Belichtungszeit. Um Gegen die Sonne anzublitzen muss die Leistung auf Voll oder Halb gestellt werden. Der Blitz muss zudem sehr nah an das Model heran gestellt werden.

Hier die Vor- und Nachteile in einer Auflistung:
+ Lithium Ionen Akka statt AA Batterien oder Akkus
+ weiter Zoomreflektorbereich von 20mm bis 200mm
+ 100% Nikon CLS kompatibel
+ Diffusorkappe im Lieferumfang
+ hochwertige Verwarbeitun
+ LED Dauerlicht mit 4 Watt
+ AF Hilfslicht schaltbar An/Aus
+ USB-Buchse für Firmwareupdates
+ Lockfunktion des Ein-/Ausschalters gegen ungewolltes Verändern der Einstellungen
+ Anschluss für externe Stromquelle zur Erhöhung der Blitzausbeute
+ einfache Benutzerführung
+ 8 Stufen Regelbereich von 1/1 bis1/128
+ 3 Ausleuchtmodie (Standard, Even und Center-Weighted)
+ Preis- Leistungsverhältnis sehr gut.
– Bedienungsanleitung nicht in Deutsch (kann aber an meiner Lieferung liegen, die nicht über den deutschen Handel erfolgt ist)
– Die Beleuchtungsdauer des King Pro beträgt nur 3 Sekunden
– Die Beleuchtung schaltet nicht über die Kamera mit ein
– Update mit Mac OSX nicht möglich
– Receycle Time länger als 1,5 Sekunden, gemessen im Mittel 2,5 Sekunden.
– Keine Bereitschaftsanzeige für die Blitze im King Pro

Gesamtfazit: Die Pixel X900N sind gute On-Camera-Flash. Die Zusammenarbeit mit dem King Pro ist auch ohne Probleme. Meine Verbesserungswünsche habe ich oben im Review aufgezeigt. Sie sind nicht so gravierend, dass ich etwa von einem Kauf abraten würde. Wer bei mir die Blitze ansehen und selbst testen möchte, darf sich gerne bei mir melden.

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