Rezension: Das authentische Portrait

9783836243254_2676 Fotografen und 3 Fotografinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, authentische Portraits anzufertigen. Allesamt beantworten im Schlusskapitel zwei immer gleiche Fragen, die da lauten: Ist Ihnen Authentizität bei Ihren Bildern wichtig? Was macht für Sie ein Portrait authentisch? Zwei weitere Fragen betreffen die Individualität der Fotografen und Fotografinnen. Darüber hinaus stellen sie sich selbst in einer Art Elevatorpitch kurz vor. Diesen Teil empfehle ich zuerst zu lesen um über die Persönlichkeiten zu wissen, welche Ansichten sie haben und wie ihre Arbeitsstile sich gestalten.

Die fotografischen Aufgaben, die in mehr als 150 Bildern gelöst wurden, sind:

  • Klassisch und Seriös
  • Schön und Zart
  • Verträumt und Melancholisch
  • Entspannt und Lässig
  • Kühl und Unnahbar
  • Fröhlich und Verrückt
  • Sanft und Sinnlich
  • Sehnsüchtig und Traurig
  • Wild und Frei
  • Nachdenklich und Ernst

Die Fotografinnen und Fotografen beschreiben bei den Bildern die Entstehungsgeschichte bzw. lassen uns Rezipienten an ihren Gedanken dazu teilhaben. Die Aussage von Corwin von Kuhwede, es gäbe kein authentisches Portrait zu dem letzten Bild in diesem Buch macht stutzig. So eine Aussage in einem Buch, welches sich dem authentischen Portrait widmet und dann so was? Der Kontext zu der Aussage erklärt, wann ein Portrait eben nicht authentisch ist oder es nicht sein wird. Wir können keine authentischen Portraits schaffen, wenn wir uns nicht vor dem Shooting mit der zu portraitierenden Person befasst haben.
Eben diese Gemeinsamkeit verbindet alle, es geht ihnen um die bzw. gerade den Menschen, den sie im Augenblick des Auslösens der Kamera davor haben.

Wir halten ein sehr spannendes und inspirierendes Buch zum Thema Portraitfotografie in Händen, welches eine gute Ergänzung zu bereits zu dem Thema erschienenen Büchern ist. Gerade darum, weil hier nicht nur ein Fotograf das Thema besetzt, sondern es deren neun sind, die alle für sich ein besonderes Verständnis für ihre fotografische Arbeit aufweisen und uns darin einen Einblick geben. Dem Verlag ist es hier in besonders dankenswerter Weise gelungen, so unterschiedliche Fotografen und Fotografinnen in einem Werk zu einem gemeinsamen Thema zu versammeln und in einer Art bebilderten Interview zu Wort kommen zu lassen.

Für wen ist dieses Buch geeignet? Für die Fotografen und Fotografinnen, denen es nicht um irgendwelche Portraitbilder nur wegen eben dieser selber geht, und am Besten noch jeden Tag mindestens ein Portraitshooting haben wollen, sondern die sich gezielt mit dem Thema auseinander setzten und andere oder neue Inspiration dazu suchen.


Weiterführender Link: https://www.rheinwerk-verlag.de/das-authentische-portrat_4225/ Wer sich noch mehr für das Thema interessiert, dem empfehle ich noch die folgende Rezension: http://objektivsubjektiv.info/blog/kopf-oder-bauch-psychologie-der-fotografie/

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

Bei dem Bemühen um Objektivität können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Wenn Ihnen etwas auffällt, schreiben Sie bitte eine Nachricht an den Autor.

Uwe Möbus beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Fotografie. Seine Erfahrungen gibt er in Trainings, Workshops und individuellen Coaching an alle Interessierte weiter.

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“Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.” – Robert Bresson, 1901-1999

objektiv subjektiv

“Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen -der Spieler- mit in meine objektiven einfließen zu lassen.” – Erich Ribbeck

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Das Fotojournal ObjektivSubjektiv.info berichtet rund um die Fotografie und schaut über den Tellerrand hinaus.
Im Titel wird klar, dass alles Objektive von Subjektivität beeinflußt wird. Alles Geschriebene ist meine persönliche Meinung. Und diese ist nicht beeinflußbar, auch nicht mit viel Geld.
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