Rezension: Landschaftsfotografie Tutorial – Stephan Wiesner

9783958455375Trainingsbuch zum Fotografieren lernen” ist der Untertitel. Der Verlag hat mir das Buch zur Verfügung gestellt, damit ich es mir für Euch ansehen kann. Auf dem Backcover steht: “Eine teure Ausrüstung ist für tolle Landschaftsaufnahmen nicht nötig, aber grundlegende Kenntnisse zu den Kameraeinstellungen und der Bildkomposition ermöglichen jedem Hobbyfotografen, in der Natur zu optimalen Fotoergebnissen zu kommen. Leicht verständlich und stark motivierend berichtet der Blogger und YouTuber Stephan Wiesner von den Erfahrungen bei seinen kleineren und größeren Fotoexpeditionen und zeigt anhand wundervoller Fotos, worauf es – nicht nur technisch – ankommt. Wer sich zuvor mit ISO und Histogramm geplagt hat, wird nun endlich das Handwerkzeug verstehen und anhand vieler kleiner Hausaufgaben mehr Routine bekommen. Die Tücken typischer Motive wie Sonnenaufgang, Wasser, Wolken und Schnee beleuchtet Stephan Wiesner ebenso wie unvorhergesehene Probleme der verschiedenen Wetterlagen oder mit der Ausrüstung. Nicht zuletzt weckt der sehr persönliche Einblick in die Naturfotografen-Szene die Lust, sich direkt selbst mit seinem Fotorucksack auf den Weg zu schönen Naturmotiven zu machen.” 
Das ist eine zutreffende Beschreibung. Das Buch umfasst 240 Seiten und hat 36 Kapitel. Stephan Wiesner legt großen Wert auf das Histogramm. Er erklärt sehr gut, warum das Histogramm helfen kann, die Belichtung eines Landschaftsfotos einzuschätzen, weil das Kameradisplay lügt. Das Histogramm verstehen ist daher ein wichtiges Kapitel.

Besonders gut gefällt mir bei diesem Buch die persönliche Note, die durch die Kurzgeschichten zu den Bildern entsteht. Interessant zu lesen, was Stephan Wiesner bei der Aufnahme empfunden hat und welche Überlegungen er zum Bild hatte. Das ist schon was Besonderes, worin sich dieses Buch von anderen Lehrbüchern in positiver Weise unterscheidet. Landschaftsfotografie erlernt man nicht auf dem Sofa, dass ist klar. In Hausaufgaben wird der Rezipient nach Draussen zu gehen und Fotoübungen zu machen aufgefordert.  Seine Schreibe ist genau so sympathisch wie er selbst, so wie man ihn von youtube her kennt. Ist man mit dem Buch durch, möchte man ihn gerne anrufen und fragen, wann es losgeht auf Fototour. Vielleicht bietet Stephan Wiesner ja bald Workshops als Bildungsurlaub an.

Wenn ich ein Buch rezensiere, lese ich es von vorn bis hinten und markiere dabei Stellen mit grünen und roten Fähnchen. Selten sind davon jeweils ein gleich auf einer Seite. Das umschreibe ich dann mit “wo viel Licht ist auch Schatten”. Ich kann eigentlich an jedes Kapitel ein grünes Fähnchen anbringen. An einigen Stellen finden sich auch rote Fähnchen, die bedeuten, dass sich Fehler eingeschlichen haben oder etwas nicht richtig oder Missverständlich dargestellt wurde. Bei manchen Behauptungen in Bezug auf das so genannte Vollformat bleibt er den Beweis schuldig. Das ist aber nicht so wichtig für den Hobbyfotografen, denn Stephan Wiesner sagt ja ganz deutlich und zu Recht, dass eine Vollformatkamera überhaupt nicht erforderlich ist. Dem stimme ich deutlich zu. Auch die Hintergrundunschärfe ist bei einer Mft-Kamera nur ein klein wenig geringer; sage ich an dieser Stelle und widerspreche damit dem Autor. Zum Beweis siehe hier.

Fazit: Stephan Wiesner hat ein sehr empfehlenswertes Buch geschrieben welches sich gut liest, leicht verständlich ist und geradezu einlädt, nach Draussen zu gehen und zu fotografieren. Mann muss ja nicht gleich einen Dreitausender besteigen. Für Leute mit Internetzugang wartet das Buch noch mit Mehrwert auf. In einem Tutorial in Buchform oberflächlich zu bleiben, jedoch auf vertiefende Inhalte im www zu verweisen, gibt bei mir Punktabzug. Nimmt man die Zusatzangebote nicht in Anspruch und beschränkt sich auf den Inhalt des Buches hat man dennoch einen sehr guten Ratgeber in der Hand.