Erfahrungsbericht Objektive Praxistest

Viltrox 35 mm F/1.2 LAB Z im Test

Viltrox 35 mm F/1.2 LAB Z im Test mit der Nikon Z8

Disclaimer vorab, Rollei hat mir das Objektiv für meinen Test kostenlos ausgeliehen. Nur darum ist dieser Beitrag hier für Dich kostenlos ohne Mitgliedschaft verfügbar.

Zunächst mal die technischen Daten, das ist ja immer interessant zu wissen.

LichtstärkeF 1,2
Naheinstellgrenze34 cm
AutofokusJa, inkl. Augenautofokus
Kompatible KamerasNikon-FX-Vollformatsysteme
AnschlussNikon Z-Mount
Blendenlamellen11
Kleinste Blende22
EXIF-DatenJa
Linsen (Gruppen / Linsen)10/15
Filterdurchmesser77 mm
AF-MotorVCM
AnschlüsseUSB-C für Firmware Updates
Maße (L x B x H) | Gewicht12,2 x 8,9 x 8,9 cm | 910 g

Das Augenfälligste ist die hohe Lichtstärke von f/1.2 und das ordentliche Gewicht von 910 Gramm. Das ist nicht gerade wenig aber zu meiner Z8 ganz gut passend. Ich hatte es zunächst an der Zf angeschraubt, aber das war mir zu unausgewogen im Verhältnis von Kamera zu Objektiv. So habe ich mich für den Test als Kamera für die Z8 entschieden.
Das Objektiv kostet derzeit etwas mehr als 1 Euro pro Gramm Gewicht. Das Pendant von Nikon, das f/1.2 S kostet rund 3tausend Euro, 3x soviel wie das Viltrox.
Das Viltrox ist ähnlich gut ausgestattet, eigentlich besser als das Nikkor. Es hat ein Schulterdisplay und 2 Funktionsknöpfe. Der Ring dient als Blendenring und kann über einen Schalter gerastert oder durchlaufend geschaltet werden. Dabei fällt auf, dass die Schrittweite nicht 1/3 Schritte ist sondern mehr, nämlich 1/8 Schritte. Da die Z8 das nicht kann habe ich den Ring für die Verstellung der Blende nicht benutzt sondern das vordere Stellrad der Kamera.
Das Display zeigt nicht nur die Blende an, sondern bei MF auch den Bereich der Schärfentiefe an. Gerade wenn man bis auf Unendlich stellen mag, kann man so die Ausdehnung der Schärfentiefe zum Vordergrund hin gut beurteilen.
Die Tasten FN 1 und FN2 lassen sich über die App belegen. Dazu wird das Objektiv mit Strom über den USB-C Anschluss verbunden. Dies ist erforderlich, damit das Objektiv die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone herstellen kann. Darüber kann auch die Firmware auf den neuesten Stand gebracht werden. Der FN 1 Schalter kann auch über das Nikon Z8 Menü mit einer Funktion belegt werden. Der FN2 Schalter ist für das Wechseln einer zuvor bestimmten Fokusdistanz A und B vorgesehen. Das funktioniert im manuellen Fokusmodus.
Der AF arbeitet gut und zügig schnell genug für Landschaftsfotografie etc. in die ich die 35mm verorte. 

Bildqualität, die ist hervorragend sogar schon bei Offenblende 1.2 und ab 1.4 sehr sehr gut. Bei f1.2 gibt es jedoch eine deutlich sichtbare Vignettierung im Bild zu sehen die sich ab f/1.8 vollständig aufgelöst hat.

Chromatische Aberrationen konnte ich auf keinem meiner Testbilder entdecken. Das hat mich wirklich überrascht. Man sucht ja leider bei einem Objektiv mit einem so günstig niedrigen Preis nach den Unzulänglichkeiten. Die müssen doch da sein, wenn im Vergleich das Nikkor 3x so teuer ist, denkt der Verstand. Das ist wohl falsch, denken wir nur mal an die gebetsmühlenartig vorgetragenen Behauptungen, KIT-Objektive sind billig und taugen nichts. Bei objektiven Tests kam so manch einer dann doch ins Grübeln. Anders ausgedrückt verstehe ich nicht, warum die Kamerahersteller die Eigenmarken derzeit preislich in astronomische Höhen treiben. Es geht preiswert, Viltrox beweist es.

Mein Fazit: Das Objektiv hat eine sehr gute Abbildungsleistung mit hervorragender Schärfe. Die Verarbeitungsqualität und Haptik ist auch sehr gut. Es punktet gegenüber der Konkurrenz nicht nur mit dem attraktiven Preis von unter 1tausend Euro sondern auch mit einer seines gleichen suchenden Ausstattung wie 2 Funktionstasten und einem Display sowie die Appsteuerung.
Negativ sehe ich nur das Gewicht von 910 Gramm. Mit der Z8 harmoniert es sehr gut. Der AF ist kein Meister in Sachen Schnelligkeit, da muss man ihm auch zugute halten, dass die Gläser erheblich zum Gewicht beitragen und Masse zu bewegen ist nicht das Problem, sie zu beschleunigen ist es. Hier hat Viltrox einen guten Kompromiss gefunden für den Einsatzzweck des Objektivs, bei dem es nicht auf extreme Schnelligkeit ankommt. Meine Kaufempfehlung bekommt es.

Danke an Rollei für die Teststellung dieses Objektivs.

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