Novoflex VR-System PRO II im Praxistest

Novoflex VR-System PRO II im Praxistest

Das Design ist in schlichtem Grau gehalten mit blauen Akzenten.

Beim Öffnen der Verpackung fällt direkt der große und massive Drehteller auf. Die blaue Winkelschritt Einstellschraube als auch der Hebel ist einfach in der Handhabung.

Durch Drehen der blauen Schraube wird der Winkelschritt eingestellt. Eine zweite Schraube dient zur Feststellung und sichert gegen versehentliches Verdrehen. Ein versehentliches Verdrehen aus der Rasterung ist eigentlich nicht möglich. Die Rasterungen sind extrem präzise gearbeitet. Das Einrasten ist deutlich spürbar. Zum Weiterdrehen ist ein deutlicher aber nicht zu starker Widerstand zu überbrücken. Das ist sehr gut gelöst.
Auch sehr gut gelöst, die Markierung des Drehpunktes.

Die Aussparung in der Schiene ist breit ausgeführt. Dadurch ist das Kreuz sehr gut sichtbar. Die seitlichen Markierungsstriche, die zum Ablesen auf der Skala sind, helfen zusätzlich.

Die Skala ist nicht auf, sondern an der Seite der Schiene. Der eingestellte Wert läßt sich gut ablesen. Die grauen Knöpfe dienen zur Klemmung der Schiene und zur Feststellung der Drehung.

Die Ausrichtung des Objektivs ist wirklich schnell erledigt. Die Schiene wird vor- und zurück bewegt, bis sich das Kreuz im mittleren Fokusfeld der Kamera befindet. Damit ist die erste der beiden Einstellungen erledigt. Das ist auch die Wichtigste. Die Ermittlung des Nodalpuktes als zweite Einstellung ist dann erforderlich, wenn bei einer Panaromaaufnahme Objekte im Vordergrund vorhanden sind. Damit wird ein Parallaxenfehler vermieden, der das spätere stitchen der Bilder unmöglich macht.

Die Kamera wird direkt auf der blauen Schiene montiert. Der Anschlag hilft bei der Ausrichtung der Objektivachse parallel zur Schiene. Der Anschlag kann vor oder hinter der Kamera montiert werden, wie es passt. Bei meiner habe ich den Anschlag hinter der Kamera montiert.

Die beiden Stifte können demontiert werden durch Abschrauben für den Fall, dass sie stören sollten. Die Anpassung des Anschlages ist um wenige zehntel Millimeter unpräzise ausgeführt. Dadurch sitzt der Anschlag nicht präzise im rechten Winkel zur Schiene. Da Novoflex seine Teile höchst Präzise fertigt, wird es so gewollt sein. Das erschließt sich mir nur nicht. Ich würde es mir anders wünschen.
Der zweite Drehteller befindet sich an der senkrechten Schiene.

Die Werte an der Schiene sind gut ablesbar. Gebrauchsspuren sind leider deutlich erkennbar an meinem Testprodukt.

Die Gradeinteilung läuft sowohl nach links als auch nach rechts. Das hängt mit der Schwenkrichtung der Kamera zusammen. Mittels des Hebels kann die Raststufe voreingestellt werden. Mit der blauen Einstellschraube wird der Winkel fixiert. So kann sich nicht aus Versehen beim Fotografieren des Panoramas der Winkel verändern. Das wäre unschön, wenn man es nicht bemerkt und erst zu Hause beim Stitchen der Bilder auffällt.

Die Ermittlung des Nodalpunktes erfolgt durch Verschieben der blauen Schiene. Dafür wird die Klemmung mit der grauen Klemmschraube leicht gelöst. Nun beginnt wieder die bekannte Prozedur der Ausrichtung eines Objektes im Vordergrund zu einem Fixpunkt im Hintergrund.

Der Nodalpunkt ist gefunden, wenn sich die Stange im Vordergrund in Bezug auf die Türkante im Hintergrund beim Drehen der Kamera nach Links und Rechts im Bild nicht verändert. Um dies zu erreichen, wird die Kamera in kleinen Schritten entweder vor oder zurück bewegt.

Fazit: Das Novoflex VR-System PRO II ist von hoher Qualität. Pfiffige Lösungen stecken im Detail und machen die Arbeit zur Freude. Die Raststellungen sind präzise und deutlich spürbar. Die Verschwenkung der Kamera um die horizontale Achse ist in genialer Weise einfach. Es braucht nur der blaue Hebel in die passende Position gestellt und mit der blauen Festststellschraube fixiert werden. Die Position der Drehplatte kann in der Höhe ebenfalls eingestellt werden. Das ist für 360 Grad Panoramen wichtig um ein Durchschwenken der Kamera zu ermöglichen. Alle Skalen sind gut ablesbar und an den richtigen Stellen angebracht. Nämlich an den Seiten der Schienen. Die farblich Unterscheidung der Stellschrauben dient der Sicherheit. Grau ist immer eine Klemmung der Schienen! Blau ist für die Veränderung der Winkel. Klemmungen der Schienen werden damit nicht gelöst! Mir gefällt das minnimalistische Design mit der hohen Funktionalität sehr gut. Die horizontale und vertikale Schiene können getrennt werden. So lässt sich alles gut in der Kameratasche verstauen. Ein Inbusschlüssel gehört zum Lieferumfang. Ebenso eine Wasserwaage, die auf dem Blitzschuh aufgesteckt werden kann. Novoflex hat an alles gedacht bzw. bedacht. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.


Zum Vergleich mit dem Rollei 200 Mark II bitte hier klicken.

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

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Uwe Möbus beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Fotografie. Seine Erfahrungen gibt er in Trainings, Workshops und individuellen Coaching an alle Interessierte weiter.

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