Praxisbuch Wälder fotografieren

Gerade der Herbst mit seinem wunderbar gefärbten Laub der Bäume lädt ein, die Fotokamera zu nehmen und rauszugehen. Doch manchmal sieht man dann sprichtwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Bäume stehen scheinbar caotisch in mehr oder weniger geringem Abstand zueinander. Wie will man da gute Fotos machen. Bäume sind hoch, also Hochformat? Oder doch besser nicht? Tja, das sind so Fragen, die von den beiden Autoren des Praxisbuches Wälder fotografieren beantwortet werden. Denn der Titel besagt ja, Praxisbuch.
Dann schauen wir mal rein.

Das Coverfoto verrät schon mal etwas. Ohne harten Beschnitt geht es nicht in der normalen Perspektive. Und der alte Leitsatz kommt auch vor: Vordergrund macht Bild gesund. Das erste Bild im Buch gibt mir Rätsel auf. Wo ist die deutliche Silhouette des Rothirschen? Wer die Lösung findet, schreibt es bitte in die Kommentare. Davon ab, zeigt das Foto eine wunderbare Herbststimmung.
Im Vorwort stimmen uns Daniél und Ellen auf Ihre Betrachtungsweise der Waldfotografie ein. Für beide hat der Wald nicht nur eine Seele, er atmet auch. Sie wollen uns inspirieren, die Bäume anders als statische Objekte zu sehen.
Es geht vielmehr um eine Vision. Fotografie nicht als Dokumentation sondern Ausdruck persönlicher Sichtweise als eine Kunstform. Wie für den Maler der Pinsel nur eine untergeordnete Rolle spielt, sollen auch wir die Kamera nur als Werkzeug betrachten. Auf die Qualität dieses Werkzeuges kommt es gar nicht an. Der Maler bringt bereits beim Malen seine Seele und Inspiration in das Bild hinein. Wir Fotografierende können dies im Nachhinein in der Bildbearbeitung erledigen. Darum ist der Bildbearbeitung ein umfangreiches Kapitel gewidmet. Die Autoren zeigen, wie wir unserer künstlerischen Ader Ausdruck verleihen können. Dieses Kapitel ist sehr wertvoll, auch wenn man noch kein einziges Foto gemacht hat. Denn wer die Möglichkeiten erkennt, wird mit anderen Augen durch den Wald gehen und Motive bereits durch die besondere eigene künstlerische Brille sehen.
Um gut zu starten , widmet sich Kapitel 2 mit über vierzig Seiten der Vorbereitung des Erlebnisses Waldfotografie. Angesprochen werden Tageszeiten und Jahreszeiten, klimatische Bedingungen und wie man lohnenswerte Fotospots, sprich Wälder, finden kann.
Kunst kommt von Können, sagt man. Und ums Können geht es in Kapitel drei. Hier ist das eigentliche Fotografieren im Fokus. Denn ohne Können wird auch in der Bildbearbeitung aus einem schlechten Foto keine Kunst. Allenfalls in unserer Einbildung. Und schließlich geht es in Kapitel vier um das finale Bild. Sie werden erstaunt sein, auf wie vielfältige Weise aus einem einfachen Foto ein kleines Kunstwerk entstehen kann, oder einfach nur ein besonderes Foto.
Abschließend fassen die Autoren noch einmal alles zusammen in einem Praxisbeispiel beginnend von der Aufnahme bis zur Bildnachbearbeitung.

Wenn Sie ein nüchterner sachlicher Mensch sind, wird sie das Buch nicht begeistern können. Sind Sie jedoch ein fühlender Mensch und wollen Sie mit Ihrer Fotografie andere Menschen berühren, dann ist das Praxisbuch genau richtig für Sie.

Schreibe etwas

Hier klicken zum Kommentieren

Education

“Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.” – Robert Bresson, 1901-1999

objektiv subjektiv

“Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen -der Spieler- mit in meine objektiven einfließen zu lassen.” – Erich Ribbeck

In eigener Sache

Unterstütze dieses Fotojournal mit einem monatlichen Beitrag. Das ist ganz einfach über den deutschen Dienstleister Steady möglich.

Nichts verpassen und den Newsletter abonnieren