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Wenn der Bildstabilisator versagt

Wenn der Bildstabilisator versagt, liegt selten ein technisches Problem vor. Vielmehr ist eine zu hohe Erwartung Auslöser für ein Problem, welches keines ist. Lerne in diesem Tutorial mehr über den Bildstabilisator und die Gründe, warum er versagt.

Der Bildstabilisator ist heutzutage in vielen Kameras oder Objektiven vorhanden. Je nach Modell sollen damit viel längere Belichtungszeiten aus der Hand möglich sein ohne dass eine Verwacklungsunschärfe auftritt. Und die Betonung liegt hier wirklich auf Verwacklungsunschärfe. Damit ist die Unschärfe gemeint, die durch die Bewegung der Kamera auftritt, wie es fast immer der Fall ist, wenn kein Stativ benutzt wird. Verschiedene Ursachen können der Grund sein. Zum Beispiel wird die Kamera nicht stabil gehalten und schon beim Auslösen eine geringfügige Bewegung nach unten passiert. Oder durch instabiles Stehen, Hocken etc. Selbst Mikrobewegungen können zu einer unscharfen Aufnahme führen. Es steht immer in Verbindung mit einer relativ langen Belichtungszeit unter Berücksichtigung der Faustregel, dass die Belichtungszeit nicht länger sein soll als der Kehrwert der Brennweite. Das bedeutet bei einem 100mm Objektiv eine Zeit von 1/100 Sekunde. Das ist nicht in Stein gemeißelt. Eher ein Orientierungswert.

Bei kurzen bis sehr kurzen Belichtungszeiten wird der Bildstabilisator obsolet. Die kurze Belichtungszeit lässt sich erreichen durch die Entscheidung für einen höheren ISO Wert. Höhere ISO Werte sind heute problemlos nutzbar. Und bei dann wiederum noch längeren Belichtungszeiten wie z.B. in der Langzeitfotografie benutzen wir ein Stativ. Dann müssen wir den Bildstabilisator sogar bewusst abschalten. Auch eine weiter geöffnete kleine Blende (=kleiner Wert z.B. 1,4) trägt zu einer kürzeren Zeit bei.

Kurz gesagt, der Bildstabilisator wirkt Bewegungen der Kamera entgegen, damit Bilder scharf werden. Bei sich bewegenden Objekten ist er völlig unnütz. Da funktioniert er nicht. Sich bewegende Objekte wie Tiere können wir nur mit kurzen Belichtungszeiten scharf abbilden. Oder unter Zuhilfenahme eines Blitzgerätes. Blitzgeräte frieren bekanntlich Bewegungen ein.
Der Bildstabilisator erfüllt seinen Zweck in der abendlichen, nächtlichen Streetfotografie. In schlecht beleuchteten Innenräumen und so weiter. Aber nur bei statischen Objekten.

Der Bildstabilisator ist eine Erfindung innerhalb der digitalen Entwicklung. Da nicht wirklich nützlich, oder eher selten nützlich, ein tolles Marketingmittel. Mit Speck fängt man halt Mäuse.
Wer braucht keinen Bildstabilisator? Alle diejenigen die bei gutem Licht fotografieren. Alle diejenigen die kurze Belichtungszeiten einsetzen.

Also lassen Sie sich nicht blenden von den vollmundigen Versprechen der Kamerahersteller, wenn Sie bei Ihrem Genre eh keinen Bildstabilisator brauchen. Und dann kommen sogar preiswerte Objektive ohne Bildstabilisator in den Fokus der Begierde. Stichwort, oder Neudeutsch modern Häschtäg Altglas.

About the author

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

Bei dem Bemühen um Objektivität können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Wenn Ihnen etwas auffällt, schreiben Sie bitte eine Nachricht an den Autor.

Uwe Möbus beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Fotografie. Seine Erfahrungen gibt er in Trainings, Workshops und individuellen Coaching an alle Interessierte weiter.

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