Zwei alte Säcke zum Stand der Portraitfotografie

Zwei alte Säcke zum Stand der Portraitfotografie

ist der Titel eines Buches, herausgegeben vom Kreativstudio Pavel Kaplun.

Pavel Kaplun und Miho Birimisa machen sich Lustig über die Auswüchse der “modernen” Portraitfotografie und meinen es dabei aber Ernst. Und sie haben Recht. Das kann ich als direkter Beobachter der Portraitszene seit 2014 beurteilen. Sie richten sich an alle Fotografen, Model, Influencer, Instagram-Stars und an die die es werden wollen.

Sie räumen in ihrem Buch mit Klischees auf und geben neue Impulse mit sich selbst als Model. Schon daran bemerkt man, dass die beiden Autoren mit viel Spass bei der Sache sind. Sie selbst haben auch die Höhen und Tiefen der deutschsprachigen Fotoszene miterlebt. Sie stellen Modelposen nach, die zu Hauf auf Facebook und Instagram zu sehen sind, die sie (und auch ich) nicht nachvollziehen können. Die ersten zwei Bilder sind schon zum Schlapplachen. Doch das allein reicht noch nicht, denn die Texte setzen noch eines oben drauf. Zum Abrollen.

Wer sich, wenn auch zu Recht, Lustig macht, muss auch nachlegen und zeigen, wie es besser geht. Und darum geht es hauptsächlich in dem reichlich bebilderten Buch. Wobei hier und dort unklar bleibt, ob beide es wirklich Ernst meinen oder einen nur auf ihre Art auf die Schippe nehmen. Sie legen Wert auf die Feststellung, dass sie sich nicht über Model oder Fotografen Lustig machen. Sie wollen auch nichts vorschreiben, wie man es zu machen hätte. Denn Geschmack ist subjektiv.

Fazit: Das Buch gefällt mir. Es ist witzig geschrieben und bebildert. Ein Muss für jeden ernsten Portraitfotografen und denjenigen, der es werden will oder den, der den Ernst im Fotokoffer läßt.

Education

“Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.” – Robert Bresson, 1901-1999

objektiv subjektiv

“Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen -der Spieler- mit in meine objektiven einfließen zu lassen.” – Erich Ribbeck

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