Die Spiegelreflexlampe

Auf der photo+adventure in Duisburg habe ich die Jungs von Spiegelreflexlampe.de, Tobias Schmidt und Friedolin Müller getroffen. Ich finde ja, diese Nutzung einer alten Kamera als Lampe echt klasse. Und als ernst zu nehmender Fotograf muss man so was haben. Ich habe mir die Kameralampe hier vorne im Bild rechts gegönnt.

Wer sind die beiden Erfinder und wie kamen sie dazu, diese Lampen zu produzieren. Hier Ihre Antwort.
Tobias Schmidt ist eigentlich Beamter, aus Hannover.
Ich, Friedolin Müller, bin eigentlich Kabarettist, ebenfalls Hannoveraner. (Mein Duo heißt “Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie” – www.aufderfensterbank.de)
Vor ca. 10 Jahren fand ich einen Body auf dem Sperrmüll. Und wusste – weil Upcycling ein Hobby von mit ist – dass ich daraus etwas bauen werde. “Nur als Deko” hätte sie mir nicht getaugt. Und wenn das Objektiv noch dran gewesen wäre, wäre ich wohl auch nicht auf die Idee gekommen.
Außerdem war diese Exakta 1000 Tl vom Namen aber auch der Form sehr grafisch. 
Bald kam ich auf die Idee eine Fassung plus Birne im Objektivloch zu installieren – obwohl der Gedanke nicht ganz so naheliegend ist, wie man glauben mag. Da musste ich erstmal drauf kommen. Auch die Wahl der verspiegelten Birne war nicht der erste Versuch.
In der Folge habe ich länger nach einer Methode gesucht, den Schalter ins Gehäuse zu integrieren. Er wird beim Druck auf die Filmkurbel betätigt.
Beim Prototyp verwendete mit noch ein abgeschnittenes Bügeleisenkabel mit Stoffummantelung.
Gab es diese Lampen schon und habt Ihr sie nur vermarktet?
Als ich damals das Internet (u.a. über google Bildersuche in diversen Sprachen) durchsucht habe, fand ich weltweit (!) keine Hinweise darauf, dass jemand auf diese oder eine ähnliche Idee gekommen war (ganz abgesehen vom intergrierten Schalter oder der Kopfspiegelbirne.)
Daher sehe ich mich als Erfinder (oder zumindest als Ersten, der auf die Idee kam, aus Kameras Lampen zu bauen.)
…Und das das Netz ja nicht vergisst, lässt sich das ja sogar belegen. Zumindest für den digitalen Raum!
Wann habt Ihr mit der Produktion der Lampen begonnen?
Zusammen mit Tobias fing ich vor ca. 5 Jahren an, die Lampenidee zu reproduzieren und zu verkaufen. Heute sind alle Elektroteile, das Textilkabel und der Stecker in Bakelit-Optik neu. Die Lampen haben eine Erdung, dreiadriges Kabel, Zugentlastung und entsprechen allen Anforderung. Die Kopfspiegelbrinen sind LED-Filamentbirnen.
Die SpiegelreflexLampen sind immer sowohl als Wand-, Tisch oder Stehlampe (auf Stativ) verwendbar. Ursprünglich sind sie als Wandlampen gedacht, da nur dann der typische Schattenwurf an der Wand entsteht. Die verspiegelte Birne wirft ihr Licht auf den Body zurück und wird zur indirekten Beleuchtung des Raumes.
Neu ist seit diesem Jahr das Leuchtenpendel aus Kameraringen und -tuben: “EXA”. Eine E27-Fassung verschwindet in dem Zwischenring-Satz einer Exa (Pentacon). nur ergänzt durch ein Texilkabel und einen schlichten Chrom-Baldachin, der in Form und Größe mit dem Ringsatz korrespondiert.
Auch hier erscheint die Idee im Nachhinein einleuchtend – die Umsetzung ist aber deutlich komplexer als man ahnt!
Wie schön die Lampe bei mir im Flur leuchtet sieht man hier:
An der Wand montiert (Vorsicht, nicht mit der beiliegenden Schraube, da diese metrisch ist und das Gewinde in der Kamera zerstört) sie es so aus:


Wenn auch Dir die Lampen gefallen, könnt Ihr sie über den Shop bestellen. Hier der Link:

Uwe Möbus

Unter dem Motto "Objektiv Subjektiv" schreibt der Author über Themen rund um die Fotografie und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus.

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