Einheitsbrei statt Multimix

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Oft lautet die Empfehlung sich nur einen Blitz zu kaufen als ein Set mit allem möglichen Zubehör, welches man doch nicht braucht. Das ist auch sicher richtig, wenn man in die Studiofotografie neu einsteigt. Mit einem Blitz und zwei drei Lichtformern kann man viel machen. Schnell entsteht der Wunsch, das Keylight um ein Rimlight zu ergänzen.

Da ich einen schnellen Blitz mit sehr kurzer Aufladezeit benötige, entschied ich mich für den X10 von Multiblitz. Meinen Bericht zu diesem Blitzgerät findet ihr hier. Er hat meinen Jinbei DC 1200 Pro abgelöst. Davor gab es im Hundefotostudio diverse Blitzgeräte von Walimex und anderen, die aber alle meine Ansprüche nicht erfüllten. Der eigentliche Grund, warum sie nicht gut genug waren, lag in der langen Abbrennzeit, die trotz Blitz zu einer Bewegungsunschärfe führen kann.

Zusätzliche Blitzgeräte sind auch immer eine Frage der Investition. Die kostengünstigste Variante ist, Aufsteckblitze zu verwenden. Mit entsprechenden Halterungen können auch Softboxen adaptiert werden. Dazu habe ich hier berichtet. Meine zwei Yongnuo 560 III verhielten sich nicht zu 100 Prozent synchron und auch die Leistung war bei beiden nicht übereinstimmend. Von Nachteil war auch die fehlende Fernbedienung zur Leistungsregelung. Es unterbricht ein wenig den Flow beim Shooting, wenn man zum Blitz hingehen muss, um die Leistung zu verändern. Dies gilt auch für die von mir getesteten Flexflash 400. Meinen Bericht zu diesen Blitzgeräten findet Ihr hier. Die hatte ich in Erwägung gezogen, weil sie Multivoltage fähig sind und somit für eine Nutzung an dem Propac von Multiblitz in Frage gekommen wären. Leider hat das nicht so richtig funktioniert. Am Propac angeschlossen, machen die Blitzgeräte beim Aufladen eigenartige Geräusche. Da ich weder die Blitzgeräte noch den Propac beschädigen wollte, habe ich mich dann doch gegen die Geräte entschieden.

Also doch nur ein Keylight? Nein, ich möchte mich bzw. meine Fotografie ja weiterentwickeln. Multiblitz hat mir zwei Profilite plus 4 und einen Parabrolley geschickt.

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Die Zusatzbezeichnung plus steht für Multivoltage; somit ist ein Betrieb an dem Propac möglich. Die Geräte gibt es auch für reinen Netzbetrieb. Können sie HSS war natürlich gleich die spannende Frage. Es ist eingeschränkt möglich. Der Lichtabfall ist deutlich zu erkennen.

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Der Lichtabfall, welcher durch die so genannte Abbrennkurve bestimmt wird, verläuft nicht linear, was es in der Bildbearbeitung schwierig macht, es zu korrigieren. Verläufe in Photoshop und Lightroom sind linear.

Zurück zu den Überlegungen Einheitsbrei statt Multimix. Die Profilite plus 4 haben eine systemkompatible Funkempfangseinheit eingebaut und lassen sich über die Trigger Happy nicht nur auslösen sondern auch in der Leistung regulieren. Den einzelnen Geräten wird dazu eine ID zugewiesen, die am Blitzgerät vergeben wird. Die Geräte werden über die ID Tasten ausgewählt. Die Leistungsregelung erfolgt über die oben liegenden Tasten Output. Unten rechts befindet sich die Taste für das Einstelllicht, welches auch jeweils getrennt nach Geräte-ID ein- und ausgeschaltet oder auf 100% geregelt werden kann.

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EASYCLIP ist eine besondere Funktion für die Blitzgeräte zum Freistellen. Dazu braucht man drei Blitzgeräte. Durch die erste Auslösung der Kamera wird nur der Hauptblitz gezündet. Durch die zweite Auslösung werden die Hintergrundblitze ausgelöst. Gesteuert wird es durch die Trigger Happy. Hier siehst Du den schematischen Aufbau.

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Die erste Auslösung belichtet das Model. Die zweite Auslösung belichtet nur den Hintergrund. Das Model wird nur noch als Siluette abgebildet. Das ist das Ausgangsbild für die Freistellung, die wir in Photoshop erstellen.

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Den Rest erledigen wir in Photoshop. Hier das Ergebnis, das nur wenige Minuten Zeit gebraucht hat.

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Easyclip (bei Hensel Freemask) ist eine coole Funktion, welche Composings leicht ermöglichen. Aufwändiges Freistellen ist nicht mehr erforderlich.

Das Set aus X10 und Profilite plus 4 ist m.E. eine gute Wahl. Die Geräte haben eine sehr gute Qualität. Die Bedienpanels sind minimalistisch auf das Wesentliche reduziert. Von Nachteil sind die unterschiedlichen Aufnahmen für Lichtformer, nämlich beim X10 das große V Bajonett und bei den Profilite das kleine P Bajonett.

Wer Fragen hat zu den Geräten oder allgemein, darf sie gerne in den Kommentaren stellen.

Weiterführender Link: multiblitz.de