Ende einer Ära? Hasselblad wurde abermals übernommen

Hasselblad gilt unter professionellen Fotografen als eine der besten Kameras der Welt. Das Unternehmen aus Göteborg an der schwedischen Westküste wurde 1941 von Victor Hasselblad gegründet. Er hatte eine 6×6-Mittelformatkamera entwickelt, die eine bis dahin nicht gekannte Auflösung bot. Schnell wurde eine Hasselblad zu einem Muss für Profi-Fotografen. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Hasselblad bekannt, als die amerikanische Weltraumbehörde das schwedische Unternehmen zum offiziellen Ausrüster für seine Weltraummissionen machte und eine Kamera aus Göteborg mit der Apollo 11 auf den Mond schickte.

Kurz vor seinem Tod verkaufte Victor Hasselblad 1976 sein Unternehmen an eine schwedische Investmentgesellschaft. Mit der wachsenden Popularität der Digitalkameras bekam Hasselblad immer größere Probleme. 2004 übernahm die Shriro Gruppe den High End-Kamera-Hersteller. Außerdem wurde die Produktpalette durch die Übernahme des dänischen Profi-Scanner-Spezialisten Imacon erweitert. Mittlerweile stellt Hasselblad auch hochpreisige Digitalkameras  Auflösungen von bis zu 200 Megapixeln her.

Ventizz übernimmt 100 Prozent der Hasselblad-Anteile über seinen Ventizz Capital Fund IV L.P. Dieser Fonds ist mit einem Verwaltungskapital von 450 Millionen Euro der größte von insgesamt vier Ventizz-Fonds und zählt zu den größten Private Equity-Fonds im Bereich Wachstumskapital im deutschsprachigen Raum.

Insgesamt verwaltet Ventizz 675 Millionen Euro. Normalerweise hält Ventizz seine Investments zwischen fünf und zehn Jahren. Mit dieser Zeitspanne rechnet Vorndran auch bei Hasselblad. „Wir werden einige Jahre brauchen, um unsere Wachstumsstrategie umzusetzen“, sagte er dem Handelsblatt. Ventizz hat bisher in 39 Unternehmen hauptsächlich in den Bereichen erneuerbare Energien, Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie investiert.” Quelle: Handelsblatt

Meine Prognose ist die, dass es im Bereich der Fotografie Hasselblad nur noch als Namen geben wird, der auf irgendwelchen Produkten steht. Gerade im Bereich des so genannten Mittelformats ist Pentax und Phase One ganz oben. Pentax obendrein noch mit einem sehr preiswerten Anfangspreis von weit unter 10tausend Euro für das Gehäuse. Andere Markenführer wie Fujifilm werden nachziehen. Der Sensor ist bei allen von Sony. Jetzt gilt es nur noch, die vorhandene Technik um den großen Sensor herum zu gestalten und passende Objektive dafür zu liefern. Das Leben geht weiter, auch ohne Hasselblad.


Nachtrag: Die obige Pressemeldung ist wohl veraltet und stammt aus 2011. Wie ich gerade erfahren habe, machen Gerüchte umlauf, nach denen jedoch eine erneute Veräusserung stattfinden soll oder schon statt gefunden hat. 


Weiterführende Link zum Thema: https://luminous-landscape.com/hasselblad-acquired-dji/

Uwe Möbus

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