Lichtstarke Objektive

DSCF0146-720x540Lichtstarke Objektive sind nicht das was gemeinhin der Hobbyfotograf denkt. Denn er irrt, wenn er den Glauben hat, dass mit einem Lichtstarken Objektiv schnellere Verschlusszeiten erreicht werden können, und zwar über die gesamte Blendenreihe. Das ist eben nicht der Fall. Und so ist mal schnell viel Geld in teueres Glas verschwendet. In Foren und in facebook Gruppen lese ich immer wieder die Frage nach einem Lichtstarken Objektiv für die Fotografie von sich schnell bewegenden Objekten.
Bevor man also viel Geld in diese lichtriesen steckt, sollte Grundsätzliches geklärt sein. Typische Bezeichnungen für die Lichtstärke ist zum Beispiel 2.8/70-200mm für ein Zoomobjektiv. Die Blende 2.8 steht bei allen eingestellten Brennweiten zur Verfügung. Ganz im Gegenteil zu einem 3.5-5.6/70-200mm Zoomobjektiv, das oft als Lichtschwach bezeichnet wird. Die größte Blendenöffnung steht nur bei der Einstellung des Zooms auf 70 mm zur Verfügung. Die Blende 5.6 wird sehr oft nicht wie vermutet, erst bei 200 mm Zoomeinstellung erreicht! Der Verlauf ist nicht linear zur Brennweite. Ganz das Gegenteil ist oft der Fall, dass nämlich schon bei z.B. 80 mm Zoomeinstellung die Blende 5.6 wie in meinem Beispiel, wirksam wird.

Lichtstärke hin oder her, Blende 8 bleibt Blende 8 und so weiter und führt eben bei einem Lichtriesen nicht zu einer kürzeren oder anderen Verschlusszeit, als die Blende 8 bei dem lichtschwachen Objektiv aus unserem Beispiel. Die Blende 2.8 garantiert leider auch bei den teueren Markenobjektiven der Kamerahersteller wie Canon und Nikon nicht eine hervorragende Abbildungsleistung. Es muss also gegebenenfalls abgeblendet werden, z.B. auf Blende 4. Und was habe ich dann jetzt noch von dem lichtstarken Objektiv? Ein helles Sucherbild, falls die Kamera über einen optischen Sucher verfügt. Das ist ja heute bei den so beliebten spiegellosen Systemkameras ja nicht mehr der Fall. Hier kann also zu Gunsten eines preiswerteren Objektivs auf eine große Anfangsblende verzichtet werden. Bei Spiegelreflexkameras schaut man immer durch die größte Öffnung des Objektivs. Erst bei Auslösen des Verschlusses wird auf den vorgewählten Blendenwert belichtet.

Was bleibt also ausser dem hellen Sucherbild und dem geringen Vorteil einer schnelleren Verschlusszeit bei großer Anfangsöffnung?
Die Schärfentiefe ist geringer werden jetzt viele Einwenden. Leider falsch gedacht. Die Blende bestimmt leider gar nicht die Schärfentiefe. Dazu mehr hier in diesem Blog.

Die Blende hat natürlich Einfluß auf die Schärfentiefe. Je größer die Blende, desto größer die Schärfentiefe.